China ist ein riesiges Land mit vielen unterschiedlichen Traditionen der Körperzeichnung. Tätowierungen konnten als Strafe aufgezwungen, als Schmuck gewählt oder innerhalb bestimmter Gemeinschaften getragen werden.
Ein amtliches Zeichen machte eine Verurteilung noch lange nach der eigentlichen Strafe sichtbar. Manche Menschen ergänzten später eigene Tiere, Landschaften oder Schriftmotive und veränderten so das Aussehen des gezeichneten Körpers.
Geschichten boten eine weitere Inspirationsquelle. »Die Räuber vom Liang-Schan-Moor« erzählt von den Abenteuern der Gesetzlosen von Liangshan, darunter Helden, die an ihren Tätowierungen erkennbar sind. Shi Jin mit den neun Drachen ist einer der bekanntesten. In Japan wurde die Geschichte später als Suikoden beliebt. Farbige Drucke inspirierten dort Tätowierkünstler.
Diese Geschichte unterscheidet sich von den Tätowierungstraditionen der Dai und Dulong in Yunnan oder der Li auf Hainan. Hofkleidung, Frisuren und Schmuck zeigen weitere Möglichkeiten der Körperverzierung in Chinas vielen Regionen und Epochen.
